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Apotheken Umschau September 2008


Apotheken Umschau September 2008

September2

September2

Chemotherapie in der Arztpraxis - Immer häufiger kann die Krebsbehandlung ambulant erfolgen

Mehr als 350 Praxen bieten in Deutschland bereits ambulante Chemotherapien in der Krebsbehandlung an. "Möglich ist das, weil die Behandlung in den vergangenen Jahren so viel verträglicher geworden ist", erklärt Privatdozent Dr. Stephan Schmitz, Vorsitzender des Berufsverbandes der niedergelassenen Hämatologen und Onkologen (BNHO) in Deutschland, in der "Apotheken Umschau". Rund 90 Prozent aller nötigen Chemotherapien könnten ambulant erfolgen. Eine Klinik dürfe Patienten zur Chemotherapie nur noch aufnehmen, wenn es dafür einen medizinischen Grund gebe. So müsse etwa eine Knochenmarktransplantation mit Chemotherapie im Krankenhaus stattfinden. "In ländlichen Gebieten kann es vorkommen, dass Sie keine Praxis für eine ambulante Therapie finden", schränkt er aber ein, so dass doch ein Krankenhaus aufgesucht werden müsse. Schmitz schätzt den Anteil der tatsächlich ambulant behandelten Krebskranken derzeit auf über 50 Prozent.

Mehr Licht für Senioren - In hellen Räumen gibt es weniger Depressionen

Helligkeit trägt zu einer besseren Stimmung von Altenheimbewohnern bei. Die "Apotheken Umschau" berichtet über eine niederländische Untersuchung, in der in zwölf Pflegeheimen der Einfluss von Licht auf die Befindlichkeit der Senioren untersucht wurde. In sechs Heimen strahlten in den Gemeinschaftsräumen tagsüber 1000 Lux, in den andern sechs nur 300 Lux. Der seit dreieinhalb Jahren laufende Versuch zeigt, dass die Bewohner der hellen Heime deutlich weniger Depressionssymptome aufweisen.

Süßstoff macht nicht satt - Zucker löst im Gehirn ein stärkeres Zufriedenheitsgefühl aus

Der Gaumen kann Zucker und Süßstoff geschmacklich kaum trennen. Das Gehirn dagegen unterscheidet die Süßungsmittel sehr wohl, berichtet die "Apotheken Umschau". Das zeige eine Untersuchung an der Universität in San Diego (USA). Offenbar regt Zucker das Belohnungszentrum des Gehirns stärker an als Süßstoff und ruft - anders als dieser - auch ein Sättigungsgefühl hervor.

"Maßarbeit" statt Ausstieg - Für ältere Arbeitnehmer sollten die Anforderungen angepasst werden

Die Altersteilzeit bringt nicht nur Vorteile, meinen viele Experten. Wenn die Arbeit an die Bedürfnisse älterer Beschäftigter angepasst wird, kann der gesundheitliche Nutzen einer längeren Berufstätigkeit sogar überwiegen. Regelmäßige Sozialkontakte, ein fester Tagesrhythmus, körperliche und geistige Herausforderungen können länger fit halten. Aber: "Der Arbeitsplatz muss altersgerecht gestaltet werden", betont Professor Dennis Nowak, Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universität München, in der "Apotheken Umschau". Lösungen sind zum Beispiel Gruppenfertigung statt Fließbandarbeit oder der Einsatz eines älteren Maurers in der Materialverwaltung oder Qualitätskontrolle. "Das erfordert eine frühzeitige Personalplanung, die in der Praxis meist versäumt wird", sagt Nowak.

Wenn der Schuh drückt - Spezielle Pflaster lassen Blasen besser abheilen

Wer auf neue Schuhe leicht mit Blasen reagiert, sollte sich mit einem speziellen Blasenpflaster wappnen. Im Inneren dieser Pflaster befindet sich eine Gel-Schicht, die für ein feuchtes Milieu auf der Haut sorgt und so die Blase schneller heilen lässt, berichtet die "Apotheken Umschau". Das Pflaster schützt die Stelle vor Schmutz und Bakterien und verhindert weitere Schmerzen beim Gehen. Man belässt es auf der Haut, bis es sich von selbst ablöst. Keinesfalls soll man geschlossene Blasen öffnen. Damit provoziert man nur Entzündungen, die das Problem vergrößern. Neue Wanderstiefel sollte man vorher einlaufen, zum Beispiel auf längeren Spaziergängen. Wer seine "Problemzonen" schon kennt, kann sie vorbeugend mit einem einfachen Pflasterstrip oder einem fest haftenden Klebestreifen (Tapeverband) schützen.

Gendefekt im Auge - Häufige Augenkrankheit scheint eine genetische Ursache zu haben

Ein genetischer Fehler in den Sehzellen im menschlichen Auge ist ein wichtiger Auslöser der "altersabhängigen Makuladegeneration" (AMD), berichtet die "Apotheken Umschau". Bei der AMD ist das zentrale Sehfeld gestört. Bis zu 12 Prozent der über 80-Jährigen leidet daran. Forscher der Würzburger Universitäts-Augenklinik fanden heraus, dass der genetische Defekt die Produktion eines wichtigen Eiweißes unterbindet. Als Folge verlieren die Lichtrezeptoren im zentralen Sichtfeld ihre Fähigkeit zu sehen. Die Erkrankung kann bis zur Erblindung führen.

Therapie-Standards nicht Allgemeingut - Zu wenige Ärzte behandeln nach den "Leitlinien" von Expertengremien

Für rund 700 Krankheiten existieren in Deutschland Leitlinien von Expertengremien, die Ärzten in Praxen und Kliniken helfen könnten, ihre Behandlungen zu verbessern. Als Beispiel für einen segensreichen Behandlungsstandard nennt die "Apotheken Umschau" die "Leitlinie Mammakarzinom": Neunzig Prozent der Brustkrebspatientinnen, die danach behandelt werden, überleben mindestens fünf Jahre nach der Diagnose. Bei nicht nach diesem Standard therapierten Frauen sind es nur 55 Prozent.

Die Leitlinien gibt es in drei Qualitätsstufen, unterteilt nach der Datenbasis, auf der die Empfehlungen beruhen. Die höchste Qualitätsstufe (S1) besitzen 52 von 718 Leitlinien. Sie basieren auf der Auswertung oft Tausender Studien. Als S2 sind 109 eingestuft, hinter denen eine weniger breite Expertengruppe steht. Der Rest (S3) wurde nur vom Vorstand einer Fachgesellschaft verabschiedet. Dass viele Ärzte die Leitlinien nicht anwenden, begründen sie damit, die Vorgaben würden ihre Therapiefreiheit zu sehr einengen. "Leitlinien bilden einen Behandlungskorridor, in dem sich der Arzt bewegen kann", hält Professor Edmund Neugebauer in der "Apotheken-Umschau" dagegen. "Er sollte sich zwar möglichst daran halten, es gibt aber auch gute Gründe, von einer Leitleitlinie abzuweichen." Sich grundsätzlich danach zu richten, soll die Sicherheit in der Medizin verbessern. Um sie anzuwenden, "muss der Arzt wissen, dass es sie gibt", sagt Neugebauer diplomatisch - offenbar wissen es viele nicht.

Schöne Haut durch Saunen - Durchblutung, Säureschutz und Wasserbindung werden verbessert

In der trockenen, heißen Luft der Sauna zu schwitzen tut der Schönheit gut. Saunafans besitzen eine gut durchblutete Haut mit einem gestärkten Säureschutzmantel und erhöhter Wasserspeicherkapazität, berichtet die "Apotheken Umschau" unter Berufung auf Wissenschaftler der Universität Jena. Auch Dampf- oder Rasulbad und Hamam sind gesund und halten die Haut jung. Ein Tipp für die Gesichtspflege: Nach dem Bad in Hitze oder Dampf sind die Poren geöffnet. Jetzt können die Wirkstoffe von Cremes oder Lotionen besonders gut eindringen. Eine Maske, zum Beispiel mit Pfirsich und Honig, gibt dem Teint die nötige Feuchtigkeit und macht sie geschmeidig.

Der Stoffwechsel braucht Tiefschlaf - Forscher begreifen immer mehr vom biologischen Sinn des Schlafes

Vielbeschäftigte, die sich mit kurzen Schlafzeiten brüsten, spielen Vabanque mit ihrer Gesundheit. Forscher verstehen den biologischen Sinn des Schlafes immer besser. Er ist jedenfalls keine schlichte Erholungszeit, die sich beliebig verkürzen lässt. Nicht nur für die Ausbildung des Gedächtnisses ist regelmäßiger Schlaf essentiell. "Wir haben Hinweise, dass gerade der Tiefschlaf wichtig ist für die Regulation des Stoffwechsels", erklärt der Kieler Neuroendokrinologe Professor Jan Born in der "Apotheken Umschau". Seine Forschungsgruppe konnte zeigen, dass Testpersonen, die nur vier Stunden schlafen durften, schon nach einer Woche einen deutlich gestörten Stoffwechsel aufwiesen. Der Blutzuckerspiegel geriet aus der Balance, der Blutdruck stieg, und der Spiegel des Stresshormons Kortisol war erhöht. "Wahrscheinlich braucht der Mensch den Schlaf, um den Stoffwechsel auf einen genetisch mehr oder weniger vorgegebenen Sollwert zu regulieren. Diesen muss der Schlaf anscheinend immer wieder neu festschreiben, weil er sonst vergessen wird", fasst Born zusammen. Endgültige Beweise sind seine Forschungsergebnisse noch nicht. Aber Born ist sich seiner Sache schon so sicher, dass er für mehr Wertschätzung der nächtlichen Ruhephase wirbt: "Es ist eine Zeit, in der das Gehirn sehr viele kreative Dinge tun kann. Das kommt auch der Entfaltung der Persönlichkeit zugute."

Hunger macht kämpferisch.

Wenn der Magen knurrt, reagieren Menschen meist gereizter und angriffslustiger als mit vollem Bauch. Den Grund dafür sehen Wissenschaftler der Universität Cambridge (England) in dem Botenstoff Serotonin. Die Substanz, die als Vorstufe in Käse und anderen Nahrungsmitteln enthalten ist, bestimmt unter anderem das Verhandlungsgeschick. Je mehr Serotonin im Blut zirkuliert, desto geduldiger und erfolgreicher verhalten wir uns bei Verhandlungen. Für ihre Studie ließen die Forscher einen Teil ihrer Versuchspersonen eine Diät machen, die den Serotoninspiegel senkte. Anschließend beobachteten sie deren strategisches Verhalten in einem Verhandlungsspiel. Bei den Teilnehmern mit niedrigem Serotoninspiegel riss der Geduldsfaden schneller sie reagierten impulsiver und aggressiver als die gut gesättigten Teilnehmer mit viel Serotonin im Blut.

Warnzeichen Husten

Lungenentzündung. Wenn eine Infektion der Lunge nicht behandelt wird, können schwere Krankheiten ausbrechen

Auf einmal wird es laut im Untersuchungsraum. "Ausatmen! Raus, raus, raus", weist die medizinisch- technische Assistentin Dagmar Nielsen-Gode ihren Patienten an. Dieser sitzt gerade in einer Glaskabine, die das Personal im Krankenhaus Großhansdorf kurz „Body" nennt - eine luftdichte Kammer, in der die „Insassen" durch ein Mundstück Luft von außen bekommen. „Jetzt tief einatmen." Wie alle ihre Kollegen im Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie auch ist Dagmar Nielsen-Gode eigentlich eine freundliche und ruhige Person. Aber bei der Untersuchung im Körper -Plethysmografen - so lautet der korrekte Name der Apparatur - erhebt sie ganz gezielt ihre Stimme, sonst machen die Patienten nicht richtig mit. Das aber ist ganz wichtig im ,,Body6", auch beim Finale: „Pusten!", ruft Nielsen- Gode noch einmal besonders laut. Geschafft!

Ein Symptom, viele Ursachen Angenehm ist der Aufenthalt in der Kabine nicht, aber erkenntnisreich. Das Gerät ermittelt das Lungenvolumen eines Menschen. Daher kommt kaum ein Patient, der wegen hartnäckigen Hustens und Atembeschwerden untersucht wird, daran vorbei. Zum vollständigen Diagnoseprogramm gehört meist auch eine Reihe weiterer Kontrollen, beginnend mit dem Abhorchen und Abklopfen des Brustraums bis hin zum...
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Plötzlich keine Luft mehr

Asthma: Früher endeten Anfälle oft in der Notaufnahme
Moderne Wirkstoffe verhindern das heute meist

Es gibt Menschen, deren Lunge aus jeder Mücke einen Elefanten macht. Selbst auf eigentlich harmlose Reize antwortet das Atem- Organ bei ihnen mit heftigen Abwehrmaßnahmen - und schießt dabei über das Ziel hinaus. Die Bronchien und Lungenbläschen entzünden und verengen sich. Das führt zu akuter Atemnot, die in extremen Fällen lebensbedrohlich werden kann. Hier die wichtigsten Fakten zu Asthma bronchiale.

Die Auslöser: Gemeinsam ist allen Asthmapatienten eine allgemeine Oberempfindlichkeit des Bronchialgewebes. Je nach Form und Ausprägung der Krankheit sind es unterschiedliche Substanzen oder Umstände, die zu einem Anfall führen können. Beim allergischen Asthma lösen Stoffe aus der Umwelt die Symptome aus. Dazu zählen Pollen, verschiedene Staubarten, die Ausscheidungen von Hausstaubmilben, Schimmelpesporen, Tierhaare, chemische Lösungsmittel oder in seltenen Fällen Parfüme. Bei der nichtallergischen Variante gehören Infektionen, bestimmte Medikamente oder einfach nur kalte Luft zu den Auslösern von Atemnot-Attacken. Die Häufigkeit: Rund zehn Prozent aller Kinder leiden unter Asthma, bei Erwachsenen sind es vier bis sechs Prozent. Frauen erkranken häufiger als Männer. Je nach Schweregrad unterteilen Mediziner die Patienten in vier Gruppen. Als Maßstab dient vor allem die Anzahl der Anfälle.
Was in der Lunge passiert: Der Körper schüttet unterschiedliche Moleküle aus, die zu den Entzündungen und Verengungen in den Atemwegen führen. Das behindert nicht nur den Luftstrom in den Atemwegen, sondern führt auch zum verkrampfen der Atemmuskulatur. Zusätzlich funktioniert die Selbstreinigung der Lunge unter diesen Bedingungen nicht mehr richtig.
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Langsamer Verfall

Wenn die chronische Entzündung in der Lunge einmal ausbricht, gibt es keine Heilung mehr. Aus diesem Grund ist Vorbeugen so wichtig

Während ihrer Raucherkarriere hat Marion Blutke schon viele Abschiede genommen. Vom Inlineskaten zum Beispiel und vom Tanzen. Auch vom Motorradfahren, obwohl das eines ihrer liebsten Hobbys war. Alles, was irgendwie mit Bewegung zu tun hatte, fiel ihr im Lauf der Jahre immer schwerer. Und dann dieser trockene Husten, der mit jeder Zigarette schlimmer wurde. "Dass die nachlassende Kondition vom Rauchen kommt, habe ich immer verdrängt", sagt die Friseurin. Im Unterbewusstsein war es ihr natürlich klar. Hätte sie doch das Rauchen aufgegeben - es wäre nur dieser einzige Abschied nötig gewesen.
Nicht, dass die heute 49-Jährige die Abstinenz noch nie ausprobiert hätte. Als sie mit ihren beiden Kindern schwanger war, griff sie kein einziges Mal zur Zigarette. Auch danach schaffte Blutke es zumindest einen Monat ohne Nikotin. „Doch dann geriet ich in eine Stresssituation und habe sofort eine Schachtel auf einmal geraucht." Die Nikotinsucht ist ein treuer Feind. Sehr viele Betroffene werden ihn in ihrem ganzen Leben nicht mehr los.
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"Wer mit dem Rauchen aufhört, hat die Chance auf ein längeres Leben"

Ausdauer- und Atemtraining - damit der Körper lernt, die verbliebene Lungenfunktion optimal zu nutzen.

Rauchstopp ist unerlässlich

Natürlich stand auch eine Nichtraucherschulung auf dem Programm. Alle therapeutischen Maßnahmen und Medikamente bringen nichts, wenn ein Erkrankter weiter- hin raucht. Jürgen Fischer klärt je- den seiner Patienten eindringlich auf: „Es gibt die Chance auf ein längeres Leben - wenn Sie mit dem Rauchen aufhören." Der Zusatz „je früher, desto besser" mag in diesem Zusammenhang überflüssig scheinen, ist aber für COPD-Patienten besonders wichtig. Viele bemerken ihr Leiden erst sehr spät, weil der Zerstörungsprozess in der Lunge nur langsam fortschreitet. Die da- mit verbundene Leistungsabnahme können Raucher eine ganze Zeit lang gut ignorieren. Sie vermeiden einfach körperliche Belastungen. „Man nimmt eben den Fahrstuhl...."
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Früherkennung für Kinder erweitert

Zusätzlich zu den von der gesetzlichen Krankenkasse erstatteten Früherkennungsuntersuchungen für Kinder von der Geburt (U 1) bis zum Alter von fünf Jahren (U 9) wird seit Mitte des Jahres die U 7a für Dreijährige angeboten. Sie soll die Lücke zwischen der U 7 (2 Jahre) und der U 8 (4 Jahre) schließen und helfen, mögliche Gesundheitsprobleme wie etwa Übergewicht, Seh- und Sprachstörungen in dieser wichtigen Entwicklungsphase rechtzeitig zu erkennen.

Kräuter statt Nadel - Akupunktur rangiert in China weit hinter der Therapie mit Heilkräutern

Wenn Deutsche an die chinesische Medizin denken, fällt ihnen zuerst die Akupunktur ein. Das liegt auch an den deutschen Ärzten, die nach TCM ("Traditionelle Chinesische Medizin") behandeln, denn sie bevorzugen die Nadeln deutlich. Allenfalls zehn Prozent aller TCM entfallen hierzulande auf die Kräuterbehandlung. In China selbst aber macht die Arzneitherapie 80 bis 90 Prozent aller Behandlungen aus, berichtet die "Apotheken Umschau". Erst danach kommen Akupunktur, Tuina-Massage und Qigong. Gerade bei chronischen Erkrankungen gilt die Kräutertherapie als weitaus wirkungsvoller als der Gebrauch der Nadeln. Viele Chinesische Heilkräuter besitzen eine starke Wirkung und eignen sich deshalb nicht für die Selbstmedikation. Sie gehören in die Hand erfahrener Therapeuten. Rund 90 Prozent der Präparate entstehen aus Samen, Früchten, Rinden, Wurzeln, Blättern und Blüten von Pflanzen. Jeweils etwa fünf Prozent sind tierischen Ursprungs und Mineralien. Europäer reagieren empfindlicher als Chinesen auf die Präparate. Deshalb liegen hierzulande die Dosierungen drei- bis sechsmal unter den in China üblichen Mengen. Dem Chinesen muss die Medizin übrigens schmecken, wenn sie wirksam sein soll. Ekelt er sich vor dem Geruch oder Geschmack, weiß er: Sie kann nicht richtig sein für ihn.
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"Maßarbeit" statt Ausstieg - Für ältere Arbeitnehmer sollten die Anforderungen angepasst werden

Die Altersteilzeit bringt nicht nur Vorteile, meinen viele Experten. Wenn die Arbeit an die Bedürfnisse älterer Beschäftigter angepasst wird, kann der gesundheitliche Nutzen einer längeren Berufstätigkeit sogar überwiegen. Regelmäßige Sozialkontakte, ein fester Tagesrhythmus, körperliche und geistige Herausforderungen können länger fit halten. Aber: "Der Arbeitsplatz muss altersgerecht gestaltet werden", betont Professor Dennis Nowak, Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universität München, in der "Apotheken Umschau". Lösungen sind zum Beispiel Gruppenfertigung statt Fließbandarbeit oder der Einsatz eines älteren Maurers in der Materialverwaltung oder Qualitätskontrolle. "Das erfordert eine frühzeitige Personalplanung, die in der Praxis meist versäumt wird", sagt Nowak.

Wenn der Schuh drückt - Spezielle Pflaster lassen Blasen besser abheilen

Wer auf neue Schuhe leicht mit Blasen reagiert, sollte sich mit einem speziellen Blasenpflaster wappnen. Im Inneren dieser Pflaster befindet sich eine Gel-Schicht, die für ein feuchtes Milieu auf der Haut sorgt und so die Blase schneller heilen lässt, berichtet die "Apotheken Umschau". Das Pflaster schützt die Stelle vor Schmutz und Bakterien und verhindert weitere Schmerzen beim Gehen. Man belässt es auf der Haut, bis es sich von selbst ablöst. Keinesfalls soll man geschlossene Blasen öffnen. Damit provoziert man nur Entzündungen, die das Problem vergrößern. Neue Wanderstiefel sollte man vorher einlaufen, zum Beispiel auf längeren Spaziergängen. Wer seine "Problemzonen" schon kennt, kann sie vorbeugend mit einem einfachen Pflasterstrip oder einem fest haftenden Klebestreifen (Tapeverband) schützen.

Gendefekt im Auge - Häufige Augenkrankheit scheint eine genetische Ursache zu haben

Ein genetischer Fehler in den Sehzellen im menschlichen Auge ist ein wichtiger Auslöser der "altersabhängigen Makuladegeneration" (AMD), berichtet die "Apotheken Umschau". Bei der AMD ist das zentrale Sehfeld gestört. Bis zu 12 Prozent der über 80-Jährigen leidet daran. Forscher der Würzburger Universitäts-Augenklinik fanden heraus, dass der genetische Defekt die Produktion eines wichtigen Eiweißes unterbindet. Als Folge verlieren die Lichtrezeptoren im zentralen Sichtfeld ihre Fähigkeit zu sehen. Die Erkrankung kann bis zur Erblindung führen.

Globetrotter gut gerüstet - Umfrage: Fast alle Fernreisenden informieren sich vor Urlaubsantritt über Empfehlungen zur Gesundheitsvorsorge

Wenn sich die Deutschen aufmachen, um die große weite Welt zu bereisen, dann sind sie meist gut vorbereitet. Wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag der "Apotheken Umschau" herausfand, informieren sich fast 90 Prozent (88,8 %) der Fernreise erprobten Männer und Frauen vor ihrem Urlaub über Empfehlungen zur Gesundheitsvorsorge oder lassen sich gar reisemedizinisch beraten - insbesondere wenn sie exotischere Ziele ansteuern. Die meisten von ihnen holen sich Rat beim Hausarzt (71,4 %). Viele informieren sich auch im Internet (25,9 %), im Reisebüro (24,2 %) oder in der Apotheke (16,7 %). Von den Befragten insgesamt - egal, ob sie nun in Deutschland oder im Ausland Urlaub machen - lässt sich immerhin auch mehr als ein Drittel (36,9 %) vor Reiseantritt medizinisch beraten.

Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Apothekenmagazins "Apotheken Umschau", durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 2.010 Personen ab 14 Jahren, darunter 127 Männer und Frauen, die in den letzten 10 Jahren schon Urlaubsreisen in ferne, exotische Länder unternommen haben.

Hunger macht kämpferisch.

Wenn der Magen knurrt, reagieren Menschen meist gereizter und angriffslustiger als mit vollem Bauch. Den Grund dafür sehen Wissenschaftler der Universität Cambridge (England) in dem Botenstoff Serotonin. Die Substanz, die als Vorstufe in Käse und anderen Nahrungsmitteln enthalten ist, bestimmt unter anderem das Verhandlungsgeschick. Je mehr Serotonin im Blut zirkuliert, desto geduldiger und erfolgreicher verhalten wir uns bei Verhandlungen. Für ihre Studie ließen die Forscher einen Teil ihrer Versuchspersonen eine Diät machen, die den Serotoninspiegel senkte. Anschließend beobachteten sie deren strategisches Verhalten in einem Verhandlungsspiel. Bei den Teilnehmern mit niedrigem Serotoninspiegel riss der Geduldsfaden schneller sie reagierten impulsiver und aggressiver als die gut gesättigten Teilnehmer mit viel Serotonin im Blut.

Warnzeichen Husten

Lungenentzündung. Wenn eine Infektion der Lunge nicht behandelt wird, können schwere Krankheiten ausbrechen

Auf einmal wird es laut im Untersuchungsraum. "Ausatmen! Raus, raus, raus", weist die medizinisch- technische Assistentin Dagmar Nielsen-Gode ihren Patienten an. Dieser sitzt gerade in einer Glaskabine, die das Personal im Krankenhaus Großhansdorf kurz „Body" nennt - eine luftdichte Kammer, in der die „Insassen" durch ein Mundstück Luft von außen bekommen. „Jetzt tief einatmen." Wie alle ihre Kollegen im Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie auch ist Dagmar Nielsen-Gode eigentlich eine freundliche und ruhige Person. Aber bei der Untersuchung im Körper -Plethysmografen - so lautet der korrekte Name der Apparatur - erhebt sie ganz gezielt ihre Stimme, sonst machen die Patienten nicht richtig mit. Das aber ist ganz wichtig im ,,Body6", auch beim Finale: „Pusten!", ruft Nielsen- Gode noch einmal besonders laut. Geschafft!

Ein Symptom, viele Ursachen Angenehm ist der Aufenthalt in der Kabine nicht, aber erkenntnisreich. Das Gerät ermittelt das Lungenvolumen eines Menschen. Daher kommt kaum ein Patient, der wegen hartnäckigen Hustens und Atembeschwerden untersucht wird, daran vorbei. Zum vollständigen Diagnoseprogramm gehört meist auch eine Reihe weiterer Kontrollen, beginnend mit dem Abhorchen und Abklopfen des Brustraums bis hin zum...
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Plötzlich keine Luft mehr

Asthma: Früher endeten Anfälle oft in der Notaufnahme
Moderne Wirkstoffe verhindern das heute meist

Es gibt Menschen, deren Lunge aus jeder Mücke einen Elefanten macht. Selbst auf eigentlich harmlose Reize antwortet das Atem- Organ bei ihnen mit heftigen Abwehrmaßnahmen - und schießt dabei über das Ziel hinaus. Die Bronchien und Lungenbläschen entzünden und verengen sich. Das führt zu akuter Atemnot, die in extremen Fällen lebensbedrohlich werden kann. Hier die wichtigsten Fakten zu Asthma bronchiale.

Die Auslöser: Gemeinsam ist allen Asthmapatienten eine allgemeine Oberempfindlichkeit des Bronchialgewebes. Je nach Form und Ausprägung der Krankheit sind es unterschiedliche Substanzen oder Umstände, die zu einem Anfall führen können. Beim allergischen Asthma lösen Stoffe aus der Umwelt die Symptome aus. Dazu zählen Pollen, verschiedene Staubarten, die Ausscheidungen von Hausstaubmilben, Schimmelpesporen, Tierhaare, chemische Lösungsmittel oder in seltenen Fällen Parfüme. Bei der nichtallergischen Variante gehören Infektionen, bestimmte Medikamente oder einfach nur kalte Luft zu den Auslösern von Atemnot-Attacken. Die Häufigkeit: Rund zehn Prozent aller Kinder leiden unter Asthma, bei Erwachsenen sind es vier bis sechs Prozent. Frauen erkranken häufiger als Männer. Je nach Schweregrad unterteilen Mediziner die Patienten in vier Gruppen. Als Maßstab dient vor allem die Anzahl der Anfälle.
Was in der Lunge passiert: Der Körper schüttet unterschiedliche Moleküle aus, die zu den Entzündungen und Verengungen in den Atemwegen führen. Das behindert nicht nur den Luftstrom in den Atemwegen, sondern führt auch zum verkrampfen der Atemmuskulatur. Zusätzlich funktioniert die Selbstreinigung der Lunge unter diesen Bedingungen nicht mehr richtig.
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Langsamer Verfall

Wenn die chronische Entzündung in der Lunge einmal ausbricht, gibt es keine Heilung mehr. Aus diesem Grund ist Vorbeugen so wichtig

Während ihrer Raucherkarriere hat Marion Blutke schon viele Abschiede genommen. Vom Inlineskaten zum Beispiel und vom Tanzen. Auch vom Motorradfahren, obwohl das eines ihrer liebsten Hobbys war. Alles, was irgendwie mit Bewegung zu tun hatte, fiel ihr im Lauf der Jahre immer schwerer. Und dann dieser trockene Husten, der mit jeder Zigarette schlimmer wurde. "Dass die nachlassende Kondition vom Rauchen kommt, habe ich immer verdrängt", sagt die Friseurin. Im Unterbewusstsein war es ihr natürlich klar. Hätte sie doch das Rauchen aufgegeben - es wäre nur dieser einzige Abschied nötig gewesen.
Nicht, dass die heute 49-Jährige die Abstinenz noch nie ausprobiert hätte. Als sie mit ihren beiden Kindern schwanger war, griff sie kein einziges Mal zur Zigarette. Auch danach schaffte Blutke es zumindest einen Monat ohne Nikotin. „Doch dann geriet ich in eine Stresssituation und habe sofort eine Schachtel auf einmal geraucht." Die Nikotinsucht ist ein treuer Feind. Sehr viele Betroffene werden ihn in ihrem ganzen Leben nicht mehr los.
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"Wer mit dem Rauchen aufhört, hat die Chance auf ein längeres Leben"

Ausdauer- und Atemtraining - damit der Körper lernt, die verbliebene Lungenfunktion optimal zu nutzen.

Rauchstopp ist unerlässlich

Natürlich stand auch eine Nichtraucherschulung auf dem Programm. Alle therapeutischen Maßnahmen und Medikamente bringen nichts, wenn ein Erkrankter weiter- hin raucht. Jürgen Fischer klärt je- den seiner Patienten eindringlich auf: „Es gibt die Chance auf ein längeres Leben - wenn Sie mit dem Rauchen aufhören." Der Zusatz „je früher, desto besser" mag in diesem Zusammenhang überflüssig scheinen, ist aber für COPD-Patienten besonders wichtig. Viele bemerken ihr Leiden erst sehr spät, weil der Zerstörungsprozess in der Lunge nur langsam fortschreitet. Die da- mit verbundene Leistungsabnahme können Raucher eine ganze Zeit lang gut ignorieren. Sie vermeiden einfach körperliche Belastungen. „Man nimmt eben den Fahrstuhl...."
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Früherkennung für Kinder erweitert

Zusätzlich zu den von der gesetzlichen Krankenkasse erstatteten Früherkennungsuntersuchungen für Kinder von der Geburt (U 1) bis zum Alter von fünf Jahren (U 9) wird seit Mitte des Jahres die U 7a für Dreijährige angeboten. Sie soll die Lücke zwischen der U 7 (2 Jahre) und der U 8 (4 Jahre) schließen und helfen, mögliche Gesundheitsprobleme wie etwa Übergewicht, Seh- und Sprachstörungen in dieser wichtigen Entwicklungsphase rechtzeitig zu erkennen.

Kräuter statt Nadel - Akupunktur rangiert in China weit hinter der Therapie mit Heilkräutern

Wenn Deutsche an die chinesische Medizin denken, fällt ihnen zuerst die Akupunktur ein. Das liegt auch an den deutschen Ärzten, die nach TCM ("Traditionelle Chinesische Medizin") behandeln, denn sie bevorzugen die Nadeln deutlich. Allenfalls zehn Prozent aller TCM entfallen hierzulande auf die Kräuterbehandlung. In China selbst aber macht die Arzneitherapie 80 bis 90 Prozent aller Behandlungen aus, berichtet die "Apotheken Umschau". Erst danach kommen Akupunktur, Tuina-Massage und Qigong. Gerade bei chronischen Erkrankungen gilt die Kräutertherapie als weitaus wirkungsvoller als der Gebrauch der Nadeln. Viele Chinesische Heilkräuter besitzen eine starke Wirkung und eignen sich deshalb nicht für die Selbstmedikation. Sie gehören in die Hand erfahrener Therapeuten. Rund 90 Prozent der Präparate entstehen aus Samen, Früchten, Rinden, Wurzeln, Blättern und Blüten von Pflanzen. Jeweils etwa fünf Prozent sind tierischen Ursprungs und Mineralien. Europäer reagieren empfindlicher als Chinesen auf die Präparate. Deshalb liegen hierzulande die Dosierungen drei- bis sechsmal unter den in China üblichen Mengen. Dem Chinesen muss die Medizin übrigens schmecken, wenn sie wirksam sein soll. Ekelt er sich vor dem Geruch oder Geschmack, weiß er: Sie kann nicht richtig sein für ihn.
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