
trockenes Auge mit Hornhautschäden
Etwa jeder fünfte Patient eines Augenarztes klagt über Beschwerden
wie Brennen, Jucken oder das so genannte „Sandkorngefühl”
im Auge. Bei diesen typischen Symptomen erkennt ein
Augenarzt recht schnell, um welches Leiden es sich handelt: ein
Trockenes Auge. Und auch Ihrem Apotheker ist diese Thematik nicht unbekannt,
denn das Trockene Auge hat sich mittlerweile aufgrund vielfältiger Ursachen zu
einem Volksleiden entwickelt. In der medizinischen Fachsprache wird das Trockene
Auge oft auch als
Nur ein optimal funktionierendes Tränenflüssigkeitsbildungs- und
-ableitungssystem kann die vielfältigen Aufgaben für das Auge
bestmöglich erfüllen:
Aber auch ein vermehrter Tränenfluss kann für ein trockenes
Auge typisch sein! Neben einer Tränenabfluss-Störung kann in
diesen Fällen eine Abnahme des fetthaltigen Tränenfilmbestandteils
vorliegen. Dadurch verdunstet der wässrige Anteil leichter
oder kann über den Lidrand abfließen.
Treten die Beschwerden verstärkt im Frühjahr oder Sommer auf – und dann vor allem in Form von Juckreiz und Schwellung der
Bindehaut – handelt es sich möglicherweise um eine Allergie.
Bei lang anhaltenden, zunehmenden oder allergischen Beschwerden
vereinbaren Sie bitte einen Termin mit ihrem Augenarzt,
der dann eine Diagnose stellen und eine für Sie geeignete
Therapie aussprechen kann.
Oft liegen einem Trockenen Auge mehrere Ursachen zugrunde,
die sich nicht immer genau bestimmen lassen. Allerdings sind
einige typische Ursachen für das Trockene Auge hervorzuheben,
die entweder die Zusammensetzung, die Produktion oder
die Verteilung des Tränenfilms beeinflussen.
Informieren Sie bitte Ihren Apotheker oder Augenarzt über die Einnahme
bestimmter Medikamente und auch mögliche Erkrankungen
oder sonstige Beschwerden. Nur so kann eine auf Sie persönlich
ausgerichtete, optimale Therapie gefunden werden.
Das Fremdkörper- und Trockenheitsgefühl kann sich bis hin zu
Brennen und Schmerzen steigern. Die Augen sind fast ständig
gerötet. Nach dem Schlafen fällt das Öffnen der Lider schwer.
Chronische Lidrandentzündungen können das Krankheitsbild
verstärken. Neben diesen störenden Beschwerden können
Schädigungen der empfindlichen Gewebeschichten der Augenoberfläche
auftreten (siehe Abbildung links). Dies geschieht
einerseits dadurch, dass es beim Trockenen Auge zu einem
Anstieg des Salzgehaltes der Tränenflüssigkeit kommt, welcher
für Hornhautschäden verantwortlich gemacht wird. Andererseits
wird bei einer nicht ausreichend befeuchteten Augenoberfläche
eine mechanische Reizung durch den Lidschlag verursacht.
Das Auge ist zunehmend gerötet und schmerzt. In sehr
schweren Fällen kann die Hornhaut ihre Transparenz verlieren
und trüb werden, welches bei einer Nichtbehandlung sogar zur
Erblindung führen kann.
Dem Augenarzt stehen verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten
zur Verfügung, um festzustellen, ob Sie an einem Trockenen
Auge leiden.
Mit Hilfe der Spaltlampe kann er Rötungen der Bindehaut und
Trübungen der Hornhaut erkennen.
Um kleinere Schädigungen der Hornhaut sichtbar zu machen,
kann Ihr Arzt Ihnen einen Farbstoff ins Auge träufeln. Dieser
färbt kleinere Defekte und abgestorbene Zellen an.
Für die optimale Befeuchtung und Versorgung des Auges spielt U. a.
auch die Stabilität des Tränenfilms eine wichtige Rolle. Zur Bestimmung
der Stabilität träufelt der Arzt einen Farbstoff ins Auge, der
durch mehrmaligen Lidschlag im Auge verteilt wird. Bei geöffnetem
Auge bestimmt er dann die Zeit bis zum Aufreißen des eingefärbten
Tränenfilms. Diese Methode wird auch BUT- Bestimmung
(Break Up Time) oder Bestimmung der Tränenfilmaufreißzeit
genannt. Sie beträgt beim Gesunden mindestens 10 Sekunden.
Der Augenarzt hat noch eine weitere Möglichkeit festzustellen, ob
ein Trockenes Auge vorliegt. Hierzu hängt er Filterpapierstreifen
in die Unterlider beider Augen. Die Filterstreifen bleiben 5 Minuten
im Unterlid und saugen sich mit der vorhandenen Tränenflüssigkeit
voll. Die Länge der befeuchteten Strecke beträgt beim Gesunden
mindestens 10 mm. Werte darunter weisen auf ein Trockenes
Auge hin. Diese Untersuchung wird als Schirmer-Test bezeichnet.
Ziel der Therapie ist sowohl die Besserung der Symptome als auch eine Ursachenbeseitigung,
so dass eine normale Tränensekretion ermöglicht und die natürliche Schutzfunktion des
Tränenfilms wieder hergestellt
wird.
Die Symptome des Trockenen Auges werden durch künstliche Tränen in Form von Tropfen oder Gelen behandelt.
der Einsatz von Tränenersatzmitteln verhindert die Austrocknung der Horn- und Bindehaut und lindert so die beschwerden.
Es gibt eine Reihe von verschiedener Präparate, die als wirksamen Bestandteil
ein Verdickungsmittel (Polymer) enthalten, welches dafür sorgt, dass das
Tränenzusatzmittel länger auf der Augenoberfläche haftet. Andere Inhaltsstoffe
regulieren Beispielsweise den Salzgehalt und den pH-Wert und passen diese an die
natürliche Tränenflüssigkeit an.
Um das für Sie optimale Produkt zu finden, lohn es sich, verschiedene
Tränenersatzmittel auszuprobieren. Denn die Wirksamkeit und Verträglichkeit von
Tränenersatzmitteln sind durch individuelle Empfindungen bedingt. Betroffene,
die nur gelegentlich (z.B. in klimatisierten Räumen) Beschwerden haben, werden
wahrscheinlich mit einem relativ niedrigen viskosen Präparat auskommen. bei
starken, dauerhaften Beschwerden werden in der Regel eher hoch viskose Präparate
(Gele) bevorzugt.
Ihr Apotheker und auch Ihr Augenarzt kennt unterschiedliche
künstliche Tränen und kann Ihnen helfen, die für Sie optimal
abgestimmte Therapie zu finden. Er wird Ihnen ebenfalls bei der
Frage nach der Anwendungshäufigkeit zur Seite stehen – üblicherweise
wird empfohlen, 3- bis 5-mal täglich zu tropfen. Sie sollten
aber darauf achten, immer dann zu tropfen, wenn Sie Beschwerden
haben! Tränenersatzmittel sind in der Regel sehr gut
verträglich. Allergien gegen Konservierungsmittel oder andere
Bestandteile von Tränenersatzmitteln werden – auch bei häufiger
Anwendung – sehr selten beobachtet.
Gewöhnungseffekte sind nicht bekannt die eigene Tränenproduktion
lässt also auch bei regelmäßiger Anwendung von Tränenersatzmitteln
nicht weiter nach.
Bei sehr häufiger Anwendung (öfter als 5-mal täglich) und für
Träger weicher Kontaktlinsen sind unkonservierte Augentropfen
angeraten. Diese stehen in so genannten Ein-Dosis- Ophtiolen
(EDO') zur Verfügung.
Bei konsequenter Anwendung künstlicher Tränen können Sie
Ihre Erkrankung entscheidend beeinflussen und bleibende
Schäden vermeiden.
Die Behandlung endogener (“von innen”) Ursachen eines Trockenen Auges ist im Vergleich zur Behandlung exogener (“von
außen”) Ursachen komplizierter, da es sich um ein Krankheitsbild
mit vielen möglichen Auslösern handelt. Während exogene
Ursachen einfach beseitigt werden können (bspw. Kontaktlinse
entfernen), sind endogene Ursachen wie z. B. Autoimmunerkrankungen
entsprechend schwerer zu kontrollieren. Erkrankungen
wie Rheuma haben oft weit reichende Auswirkungen
auf vielschichtige Vorgänge im Körper, die auf den ersten Blick
nicht unbedingt einen Zusammenhang mit dem Trockenen
Auge erkennen lassen. Aufgrund dieser Vorgänge können sich ' Entzündungen entwickeln, die als Folge ein Trockenes Auge
/ bewirken. Tränenersatzmittel können in solchen Fällen nur indirekt
Einfluss auf den entzündlichen Prozess nehmen, da sie I zwar die Augenoberfläche benetzen (und so Entzündungszellen
“verdünnen” und ausspülen), aber das 1
entzündliche Geschehen nicht ursächlich bekämpfen
können. Sie haben wie oben beschrieben – die wichtige .
Funktion, die Symptome des Trockenen Auges zu lindern. Neueste
Forschungsergebnisse belegen übrigens einen positiven
Einfluss von Omega-3 und -6 Fettsäuren auf Entzündungsgeschehen!
Zusammen mit den Co-Faktoren Vitamin C, B 6 und
Zink können sie die entzündliche Ursache beeinflussen.