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Schilddrüsenüberfunktion / Hyperthyreose


Schilddrüsenüberfunktion / Hyperthyreose

Wie entsteht eine Schilddrüsenüberfunktion

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion kommt es zu einer Überversorgung des Körpers mit Schilddrüsenhormonen. Die Schilddrüse setzt also mehr Hormone frei als vom Körper benötigt werden. Die häufigsten Ursachen sind eine Erkrankung mit dem Namen Morbus Basedow sowie die so genannte funktionelle Autonomie.

Zu den eher seltenen Ursachen gehören Entzündungen der Schilddruse wie z. B. die Thyreoiditis de Quervain, sowie hormonproduzierende Tumoren der Hypophyse, die unter anderem TSH im Überschuss produzieren. Eine Hyperthyreose kann auch infolge der Anwendung Iodhaltiger Substanzen (2. B. Medikamente oder Röntgenkontrastmittel) auftreten. Nicht zu vergessen ist die Hyperthyreosis factitia, also die "selbstgemachte" Hyperthyreose, als Folge einer Überdosierung von Schilddrüsenhormonen.

Was ist ein Morbus Basedow?

Die Erkrankung wurde im Jahre 1840 erstmals von dem Merseburger Amtsarzt Karl A. von Basedow beschrieben. Er beobachtete Patienten, die neben einer vergrößerten Schilddruse hervortretende Augäpfel hatten und von einem deutlichen Herzrasen geplagt wurden. Tatsächlich finden sich diese drei Symptome, die auch ,,Merseburger Trias" genannt werden, bei den meisten Patienten mit Morbus Basedow. Allerdings gibt es auch Patienten, bei denen keines dieser Symptome in Erscheinung tritt Der Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung, das heißt, der Körper bildet Antikörper gegen körpereigenes Gewebe, in diesem Fall gegen den Rezeptor für TSH. Dies bewirkt die Produktion und Abgabe großer Mengen von Schilddrüsenhormonen und kann außerdem das Wachstum der Schilddruse verursachen.

Als mögliche Ursachen kommen genetische Disposition aber auch äußere Faktoren in Betracht.

Was versteht man unter einer funktionellen Autonomie?

Unter dem Begriff Autonomie versteht man eine Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen. Tatsächlich funktioniert die Schilddruse bei dieser Erkrankung eigenständig. Sie unterliegt nicht mehr der Übergeordneten Kontrolle von Hypothalamus und Hypophyse, und die Hormonproduktion erfolgt somit unabhängig vom tatsächlichen Bedarf.

Die Ursache für die funktionelle Autonomie ist nur teilweise geklärt, ein Zusammenhang mit einem vorliegenden Iodmangel scheint aber gesichert. In der Tat ist die funktionelle Autonomie in Iodmangelgebieten wie Deutschland die häufigste Form der Schilddrusenüberfunktion. Von der funktionellen Autonomie kann die gesamte Schilddruse betroffen sein oder aber auch nur ein umschriebener Bezirk. Man spricht dann von einem autonomen Adenom oder auch von einem "heißen Knoten".

Wie erkenne ich eine Hyperthyreose

Schilddrusenhormone beeinflussen viele Stoffwechselvorgänge des Körpers. Entsprechend vielfältig sind die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion. Hierzu zählen unter anderem Gewichtsabnahme trotz unverändertem oder sogar gesteigertem Appetit, Haarausfall, verstärktes Schwitzen, Wärmeintoleranz, sowie eine warme, feuchte Haut. Bei einigen Patienten treten Durchfälle auf; bei Frauen können Zyklusstörungen auf eine mögliche Hyperthyreose hindeuten.

Auf das Herz-Kreislauf-System wirken Schilddrusenhormone stimulierend, was sich unter anderem in einer Erhöhung der Herzfrequenz bemerkbar macht.

Der Einfluss der Hyperthyreose auf das Zentralnervensystem äußert sich mit gesteigerter Nervosität, Rastlosigkeit, Schlafstorungen und Stimmungsschwankungen.

Die aufgeführten Symptome können unterschiedlich stark ausgeprägt sein; darüber hinaus muss eine Schilddrüsenüberfunktion nicht zwangsläufig von allen oben genannten Symptomen begleitet werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bei der Therapie einer Schilddrüsenüberfunktion muss die Produktion der Schilddrusenhormone vermindert werden. Dies ist durch die Gabe bestimmter Medikamente, so genannter Schilddrusenhemmer (Thyreostatika), möglich. Die Wirkstoffe Carbimazol, Thiamazol und Propylthiouracil sind solche Schilddrüsenhemmer.

Häufig ist eine medizinische Therapie mit Schilddrusenhemmern über einen Zeitraum von etwa einem Jahr ausreichend.

Fuhrt die medizinische Behandlung nicht zum Erfolg, kann durch eine Operation oder eine Radioiodtherapie das funktionsfähige Schilddrusengewebe reduziert werden. Bei einer umfangreichen Operation oder Radioiodtherapie kann es in wenigen Fällen zu einer Schilddrusenunterfunktion (Hypothyreose) kommen, die dann ihrerseits durch eine Therapie mit Schilddrusenhormonen behandelt werden muss.

Auf keinen Fall dürfen bei einer Schilddrusenuberfunktion iodhaltige Medikamente oder Röntgenkontrastmiitel eingenommen werden. Auch Nahrungsergänzungsmiitel, die Iod enthalten, und Algen-haltige Speisen müssen gemieden werden. Das Würzen mit iodhaltigem Speisesalz dagegen ist möglich.



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