Iod ist ein essentielles Spurenelement. Essentiell bedeutet, dass der Körper es nicht selbst herstellen kann, sondern auf die Zufuhr über die Nahrung angewiesen ist. Der tägliche Iodbedarf eines Erwachsenen liegt zwischen 150 und 200 µg.
Iod gelangt über den Magen-Darm-Trakt zunächst ins Blut und dann in die Schilddruse. Hier erfolgt der Einbau von Iod in die Schilddrüsenhormone. Überschüssiges Iod wird über die Niere aus dem Körper ausgeschieden.
Der tägliche Iodbedarf beträgt laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung e.V. für Kinder und ältere Menschen 180 µg, für Jugendliche und Erwachsene mittleren Alters 200 µg. Schwangere und Stillende sollten 230 bis 260 µg pro Tag zu sich nehmen. Man geht davon aus, dass ein tägliches Defizit von mindestens einem Drittel oder gar der Hälfte der empfohlenen Menge besteht.
| Altersgruppe | Empf. Iod-Tagesdosis* | tägliche Aufnahme* | Defizit* |
| Säuglinge | 50 - 80 | 40 - 50 | 10 - 40 |
| Kinder / ältere Menschen | 140 - 180 | 70 - 100 | 70 - 110 |
| Jugendliche / Erwachsene | 180 - 200 | 100 - 120 | 80 - 100 |
| Schwangere / Stillende | 230 - 260 | 110- 125 | 120 - 150 |
Deutschland zählt auch heute noch zu den Iodmangelgebieten, obwohl sich die Iodversorgung in den letzten Jahren deutlich gebessert hat. So erhält die Bevölkerung mittlerweile durchschnittlich etwa 120 µg Iod pro Tag aus der Nahrung. Schwangere und Stillende sowie Jugendliche, die einen erhöhten Iodbedarf haben, sollten auf eine entsprechende Ergänzung achten.
Es gibt einige einfache Möglichkeiten, einer Iod-Unterversorung entgegen zu wirken. Verwenden Sie beim Kochen iodiertes Speisesalz. Zweimal wöchentlich sollte Seefisch (z. B. Schellfisch, Kabeljau) auf den Tisch kommen, da dieser besonders iodhaltig ist. Personen, die selten Fisch essen oder salzarm speisen, können zusätzlich Iodid-Tabletten einnehmen, um die Aufnahme des täglichen Iodbedarfs sicherzustellen. Die genaue Dosierung wird der Arzt festlegen.
Der Iodgehalt einzelner Nahrungsmittel ist unterschiedlich. Besonders viel Iod enthält Seefisch. Nachfolgend eine Übersicht weiterer iodhaltiger Lebensmittel (in µg pro 100 Gramm):
| Nahrungsmittel mit hohem Iodgehalt |
| Seelachs | 260 |
| Brathering | 140 |
| Garnelen | 130 |
| Miesmuscheln | 130 |
| Kabeljau | 120 |
| Hummer | 100 |
| Rotbarsch | 99 |
| Feldsalat | 55 |
| Heilbutt | 52 |
| Hering | 52 |
| Thunfisch | 50 |
| Lachs | 34 |
| Champignons | 18 |
| Brokkoli | 15 |
| Möhren | 15 |
| Rinderleber | 14 |
| Erdnüsse | 13 |
| Grünkohl | 12 |
| Spinat | 12 |
| Trinkmilch | 11 |
| Hühnerei | 10 |
| Roggenbrot | 9 |
| Weißbrot | 6 |
| Sojabohnen | 6 |
Unter einem Kropf oder Struma versteht man eine Vergrößerung der Schilddruse. Beispielsweise aufgrund eines lodmangels versucht die Schilddruse, das vorhandene Iod bestmöglich zu verwerten, um so dem Bedarf an Schilddrüsenhormonen gerecht zu werden. Dies geschieht durch eine Vergrößerung des Gewebes. Neben lodmangel kommen noch weitere, jedoch seltenere Ursachen für das Entstehen eines Kropfes in Frage. Dazu gehören auch Autoimmunerkrankungen wie der Morbus Basedow oder die Thyreoiditis Hashimoto.
Das Organ kann sich durch die Gewebevergrößerung nach außen ausbreiten, so dass es im fortgeschrittenen Stadium zu einer sichtbaren Verdickung am Hals kommt. Umgekehrt ist auch eine Ausbreitung des Gewebes nach innen möglich bis hin zu einer Einengung der Luftröhre. Häufige Folge des ständigen Drucks im Halsbereich sind Schluck- und Atembeschwerden.
Zur medikamentösen Behandlung eines Kropfes stehen Iod, Schilddrüsenhormone oder eine Kombination aus beiden zur Verfügung. Die alleinige Gabe von Iod wird heute, vor allem bei Kindern und Jugendlichen, meist bevorzugt.
Vor der Behandlung müssen eine Schilddrüsenüberfunktion durch entsprechende Schilddrüsenparameter und / oder vorliegende Autoimmunkrankheiten durch eine Antikörper-Untersuchung im Blut ausgeschlossen werden.
Neben der medikamentösen Therapie kann auch eine Verkleinerung der Schilddrüse durch einen chirurgischen Eingriff oder mittels Radioiodtherapie sinnvoll sein.