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Kohlenhydrate

Kohlenhydrate


Kohlenhydrate sind unsere wichtigste Energiequelle. Sie werden im Körper zu Zucker umgewandelt und sind unser »Treibstoff« für jede körperliche und geistige Tätigkeit. Leider können sie nur zu einer geringen Menge als Vorrat in unseren Körperzellen gespeichert werden. Da unsere »Zucker-Speicher« also begrenzt sind, sollten Kohlenhydrate regelmäßig und sinnvoll zum Einsatz kommen!


Wichtig !


Kohlenhydrate erhöhen den Blutzuckerspiegel, Insulin senkt ihn im Anschluss wieder.

Ist die Bauchspeicheldrüse gesund?

Nach einer kohlenhydrathaltigen Mahlzeit steigt der Blutzuckerspiegel an. Beim Gesunden wird dann je nach Bedarf das Hormon »Insulin« aus der Bauchspeicheldrüse zur Verfügung gestellt. Der Zucker wird aus dem Blut in die Körperzellen abtransportiert und steht dort als Energiequelle zur Verfügung. Befindet sich der Zucker erst einmal in den Körperzellen, können unsere Leber und die Muskelzellen sogar kleinere Speichervorräte anlegen, die wir als Clykogenreserven bezeichnen. Hier kann sich unser Körper bei Bedarf bedienen, z. B. bei sportlicher Betätigung oder nachts.

Wenn die Bauchspeicheldrüse nicht funktioniert?

Wurde bei Ihnen ein Diabetes festgestellt, so steht Ihnen das Hormon Insulin nicht mehr oder nicht mehr in ausreichender Menge zum Abtransport der Kohlenhydrate aus dem Blut zur Verfügung. Ohne eine entsprechende medizinische Therapie befindet sich zwar der »Zucker« im Überfluss im Blut, kann jedoch nicht in die Körperzellen gelangen. Er fehlt dem Körper zur Energiegewinnung. Gefährlich hohe Blutzuckerwerte (Hyperglykämien) sind die Folge. Soll Ihr Körper reibungslos funktionieren, so müssen Sie nicht nur dafür sorgen, dass sich eine ausreichende Menge an »Zucker« im Blut befindet, sondern auch, dass Ihr Körper in der Lage ist, den »Zucker« in die Körperzellen zur Energiegewinnung zu transportieren. Die richtige Ernährung und die entsprechende medizinische Therapie sind die Basis einer gezielten Diabeteseinstellung.

Kohlenhydrate & Co

Kohlenhydrate in Form von Zucker gelangen unterschiedlich schnell in die Blutbahn. Für die anschließende Höhe des Blutzuckerspiegels spielt die Quantität und die Qualität der Kohlenhydrate eine entscheidende Rolle. Je länger der Körper für die Umwandlung in Zucker benötigt, umso kontinuierlicher und konstanter steigt der Blutzuckerspiegel über einen längeren Zeitraum an. Nutzen Sie diese
Chance für einen ausgeglichenen Tages- Blutzuckerspiegel, indem Sie die richtige Auswahl treffen !

Zur Vereinfachung:
Es gibt drei große Gruppen von Kohlenhydraten:



  • Einfachzucker

  • (Monosaccharide), z. B. als Glucose in Traubenzucker. Dieser gelangt direkt
    nach dem Verzehr ins Blut, weil er nicht mehr umgewandelt werden muss.
    Wir sagen auch: der Traubenzucker »schießt in das Blut«.

  • Zweifachzucker

  • (Disaccharide), z. B. als Laktose in Milch (Milchzucker) Haushaltszucker (zusammengesetzt aus Traubenzucker und Fruchtzucker) »tröpfelt« langsamer in das Blut. Kombinieren Sie die »schnellen« Kohlenhydrate! Kohlenhydrate in Form von Zweifachzucker gelangen zwar nicht so schnell ins Blut wie Traubenzucker, werden aber trotzdem relativ rasch verarbeitet. Sie sind besonders in Konfitüren, Obst, Obstsäften, Milch und vor allem in normalem Haushaltszucker enthalten. Wer den diese Produkte solo verzehrt, so steigt der Blutzuckerspiegel relativ schnell an und fällt im Anschluss schneller wieder in den Keller. Günstiger ist es daher, sie in Kombination mit Ballaststoffen (z. B. Vollkornprodukten, wie Vollkornkuchen, Vollkornbrötchen …), Eiweiß und Fett (Quarkspeisen, Fruchtjoghurts) zu verzehren. Das führt zu einer längeren Verweildauer im Magen und Darm und letztendlich zu einem langsameren, aber konstanten Blutzuckeranstieg.

  • Mehrfachzucker

  • (Polysaccharide), z. B. als Stärke in Reis, Kartoffeln und Brot.
    Diese Kohlenhydrate gelangen nach und nach in die
    Blutbahn, da der Körper längere Zeit zur Umwandlung in Glucose (Einfachzucker) benötigt.

Zucker & Co

Wer ab und zu gerne etwas Süßes mag
… hier einige Ideen zum Süßen:

Zucker:

Patienten mit einer guten Stoffwechseleinstellung
und Normalgewicht können laut Deutscher Diabetes Gesellschaft den
Zucker in Maßen verwenden. Als Faustregel gilt: 10% der gesamten Tagesenergie könnten maximal in Form von Zucker »vernascht« werden. Das sind 30-50 g Zucker pro Tag. Damit wird auch der empfohlenen Menge für Gesunde entsprochen.

WICHTIG:

Trotz allem ist Zucker in reiner Form für den Alltagtabu. Der Zucker ist so schnell im Blut, dass die Bauchspeicheldrüse nicht sofort oder nicht in ausreichender Menge das für eine Normalisierung des Blutzuckers notwendige Insulin bereitstellen kann.

Zucker sollte grundsätzlich nur in kleinen Mengen (5-15 g) und in Verbindung mit anderen Nährstoffen in einer Mahlzeit Verwendung finden. Doch wie viel reiner Zucker ist durchschnittlich in verschiedenen Produkten enthalten? Hier einige Beispiele:


1 Fruchtjoghurt (150 g)

= 15 g Zucker = 5 Würfelzucker

1 EL Marmelade (25 g)

= 9 g Zucker = 3 Würfelzucker

1 Stück Sand- / Käsekuchen

= 9 g Zucker = 3 Würfelzucker

3 Stück Schokolade

= 9 g Zucker = 3 Würfelzucker


Vorsicht: Verwenden Sie Zucker nicht in Getränken, weil er dann bereits gelöst ist und direkt in das Blut schnellt! Setzen Sie keine mit Zucker gesüßten Brausen, Limonaden, Erfrischungsgetränke, Nektare,Fruchtsaftgetränke, Eistee, Cola, Obstsirups u.a. ein. Ebenso besitzen süße alkoholhaltige Getränke einen hohen Zuckergehalt.

Süßstoffe:

Sie enthalten keine Nährstoffe und beeinflussen auch nicht den Blutzuckerspiegel. Sie sind vollkommen kalorienfrei und gut zur Gewichtsreduktion geeignet. Im Handel erhältlich als: Saccharin, Cyclamat, Aspartam (enthält 4 kcal/g, die Süßkraft ist jedoch so stark, dass z. B. die in Getränken eingesetzte Menge äußerst gering ist), Azesulfam-K, sowie Thaumatin und Neohesperidin.

Zuckeraustauschstoffe:

Fructose ist ein Einfachzucker, der direkt in der Leber abgebaut wird. Dort wird Fructose zur Energieproduktion herangezogen. Der Abbau ist also insulinunabhängig und lässt den Blutzuckerspiegel nicht oder nur geringfügig ansteigen. Gleiches gilt für andere Zuckeraustauschstoffe. Im Gegensatz zu Süßstoffen sind Zuckeraustauschstoffe auch zum Kochen und Backen gut geeignet.


Vorsicht: Zu viel des Guten kann zu Blähungen und Durchfall führen! Erwachsene sollten nicht mehr als 50 g Zuckeraustauschstoffe täglich verzehren, höchstens 10- 15 g pro Mahlzeit (1 0 g = 1 Esslöffel).

WICHTIG:

Grundsätzlich muss darauf hingewiesen werden, dass Zuckeraustauschstoffe dieselbe Kalorienmenge enthalten wie Haushaltszucker. Vor einem unkontrollierten oder übermäßigen Einsatz ist deshalb abzuraten. Im Handel erhältlich als: Fructose, Sorbit, Xylit, Mannit, Isomalt und Laktit. (Möchten Sie Ihr Gewicht reduzieren, ist eher der Einsatz von Süßstoffen geeignet.)








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