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Diabetes

Diabetes

So entsteht die Zuckerkrankheit

Diabetes mellitus, auch Zuckerkrankheit genannt, entsteht durch einen Mangel an Insulin, einem Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Mit der Nahrung nehmen wir Kohlenhydrate auf, die aufgespalten als Traubenzucker (Glukose) in den Blutkreislauf gelangen. Hier versorgt er die Körperzellen mit lebenswichtiger Energie. Steht nicht ausreichend Insulin zur Verfügung oder kann es nicht richtig wirken, gelangt der Traubenzucker nicht in die Zellen - er bleibt im Blut und sorgt dort für einen erhöhten Blutzuckerspiegel. Die Zellen greifen nun auf Fettzellen als Energielieferanten zurück, und deren Abbauprodukte sorgen für eine Übersäuerung des Blutes und Durchblutungsstörungen - mit fatalen Folgen.

Die beiden Diabetes-Typen

Diabetes-Typ I: Er wird auch jugendlicher Diabetes genannt, weil er meistens bereits beim Jugendlichen auftritt. Hier ist die lnsulinproduktion viel zu niedrig oder fehlt völlig. Das kann genetische Ursachen haben, also durch Vererbung, oder eine Autoimmunerkrankung sein. Typ I -Diabetiker müssen Insulin spritzen und ihre Blutwerte ständig kontrollieren.

Diabetes-Typ 2: Der so genannte "Altersdiabetes" kommt manchmal auch bei Jüngeren vor. Ursachen sind in den meisten Fällen Übergewicht und Bewegungsmangel. Die Zellen können das vorhandene Insulin nicht richtig verarbeiten, sie sind "insulinresistent". Oft reicht es bei Typ 2-Diabetikern schon, ein paar Kilo abzunehmen und sich ein bisschen mehr zu bewegen, um die Blutwerte auf ein für die Gesundheit verträgliches Maß zu regulieren.

Oft genügt über lange Zeit die Einnahme von Tabletten. Das Spritzen von Insulin kann aber später erforderlich werden.

Und so erkennt man Diabetes

In Deutschland leben mindestens 4 Millionen Diabetiker, Ca. 300 000 davon gehören zum Typ I. Seit 1950 nimmt die Zahl der Diabetiker in den Industrieländern stetig zu. Das liegt an den veränderten Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten. Anzeichen für die Zuckerkrankheit sind unstillbarer Durst, der mit häufigem Wasserlassen verbunden ist, und allgemeine Mattigkeit. Viele Patienten klagen über Konzentrationsschwäche oder Leistungsminderung. Beim Typ 2-Diabetiker sind die Beschwerden oft nicht akut und werden deshalb gar nicht behandelt. Das ist gefährlich, denn ein ständig erhöhter Blutzuckerspiegel hat ernste Erkrankungen zur Folge.
Im Labor werden bei Verdacht auf Diabetes der Blutzucker und der Urinzucker bestimmt. Der Blutzucker sollte vor dem Essen nicht höher als 120 mg/dl und 2 Stunden nach dem Essen nicht höher als 140 mg/dl liegen. Eventuell muss zusätzlich durch einen Zuckerbelastungstest abgeklärt werden, ob eine Zuckerkrankheit vorliegt.

In beiden Fällen muss sofort mit der Behandlung begonnen werden, um Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Über- oder Unterzuckerung

Bei starker Überzuckerung, z.B. bei Nichtbehandlung des Diabetes, kann es plötzlich zum diabetischen Koma kommen, eine "Ohnmacht" die lebensgefährlich ist und sofort behandelt werden muss.

Die Symptome der Unterzuckerung, z.B. bei einer zu hohen Dosis Insulin, sind Schweißausbrüche, Zittern und Herzklopfen, Heißhunger, Nervosität und Angst. Wenn dann das Gehirn nicht ausreichend versorgt wird, kann es zu Sprachstörungen, Verwirrtheit und Bewusstseinstrübungen bis zur Ohnmacht kommen. Jeder Diabetiker sollte auf diesen Notfall vorbereitet sein, indem er stets Traubenzucker bei sich trägt.

Leider häufig: Folgeerkrankungen

Sind die Blutzuckerwerte über einen längeren Zeitraum erhöht, steigt das Risiko für ernsthafte Folgeerkrankungen rapide an. Häufig sind Durchblutungsstörungen der kleinsten Blutgefäße und Schädigungen an den Nerven mit den Diabetes-typischen Symptomen:

  1. Diabetischer Fuß, die Füße sind schmerz- und temperaturunempfindlich. Es entsteht Unsicherheit beim Gehen. Gravierende Folgen sind Geschwüre und Amputationen.
  2. Schädigung der Nerven (Neuropathie) äußern sich durch starke Schmerzen, Lähmungen oder Impotenz. 
  3. Einschränkung bzw. Lähmung der Magen-Darm- Muskulatur und der Harnblase.
  4. Herz- Kreislauferkrankungen, sehr häufig sind Bluthochdruck und Gefäßverkalkung. Beides sind lebensbedrohliche Begleit- und Folgeerkrankungen des Diabetes.
  5. Diabetische Nierenerkrankungen, bis hin zum Nierenversagen.
  6. Schädigung der Augen, Beeinträchtigung des Sehvermögens durch Netzhauterkrankungen. Kann zur Erblindung führen.

Doch keine Angst: Alle Folgeerkrankungen lassen sich durch die korrekte Einstellung der Blutzuckerwerte weitgehend vermeiden oder ein Fortschreiten verhindern. Selbst wenn es anfangs aufwändig erscheint: Machen Sie die gute Einstellung lhrer Blutwerte zu Ihrem obersten Ziel. Nur so können Sie sich vor den Komplikationen bei Über- oder Unterzuckerung schützen und sich Spätschäden ersparen.

Die drei Stützen der Diabetesbehandlung

Um es ganz direkt zu sagen: Heilung gibt es bei der Diagnose Diabetes nicht. Es sind aber inzwischen viele Hilfsmittel erhältlich, die den Umgang mit Diabetes erleichtern.

Grundsätzlich gibt es drei Therapieansätze, nämlich Ernährung, Tabletten und Insulin. In jedem Fall gehört vermehrte körperliche Bewegung dazu. Welche Behandlung für Sie die richtige ist, entscheidet Ihr Arzt. Er erstellt mit Ihnen Ihr persönliches Konzept, damit Sie trotz Diabetes weitestgehend gesund bleiben. Grundsätzlich sollte von erfahrenen Fachleuten eine persönliche Schulung durchgeführt werden. Hier lernt der Diabetiker, mit seiner Erkrankung richtig umzugehen. Bitte halten Sie sich strikt an die Anweisungen (auch wenn es manchmal schwer fällt). Nur so gelangen Sie zu einer optimalen Einstellung lhrer Blutwerte und damit zu einem Stück Lebensqualität.

Die Diät, die keine ist

Keine Angst: Diese Diät ist nicht gleichbedeutend mit Hungerkur und Magerkost. Diabetes Diät heißt vielmehr, dass reiner Zucker durch  andere Kohlenhydrate ersetzt wird. Sie brauchen also nicht auf Ihr Leibgericht verzichten  - solange es ohne Zucker zubereitet ist. Essen Sie viel Gemüse und Salat (ohne kalorienreiche Soßen). Zwischendurch ist frisches Obst besser als Kuchen oder Fertigprodukte. Wenn Sie gerne naschen, greifen Sie zu Süßigkeiten, die Süßstoff oder Zuckeraustauschstoffe enthalten. Viele Lebensmittel sind für Diabetiker geeignet. Schauen Sie sich die Hinweise auf der Verpackung an. Überflüssig sind spezielle Produkte für Diabetiker, wie Diabetiker-Brot oder - Saft. Sie sind meist teuer und nützen wenig. Noch etwas Wichtiges: Essen Sie statt drei großer mehrere kleine Mahlzeiten am Tag. Das schont Ihre Bauchspeicheldrüse und hilft dem Stoffwechsel.

Das wichtigste Ziel für übergewichtige Diabetiker ist und bleibt die Gewichtsreduktion. Schon ein paar Kilo können viel helfen. Deshalb planen Sie langfristig, doch etwas abzuspecken. Setzen Sie sich ein Ziel, z.B. jeden Monat ein Kilo abzunehmen. Das fällt nicht so schwer und ist zudem viel gesünder. Radikalkuren sind schädlich! Achten Sie eher darauf, den Fettanteil der Nahrung zu reduzieren. Das spart Kalorien. Heißhungerattacken können Sie mit Obst statt mit Schokolade, mit Reiswaffeln statt mit Butterbroten begegnen.

Blutzuckersenkung durch Tabletten

Reicht die Diät alleine nicht aus, um beim Typ 2-Diabetiker den Blutzuckerwert richtig einzustellen, müssen zusätzlich Medikamente eingenommen werden. Die Wirkweise ist unterschiedlich. Sulfonamide wie z.B. Glibenclamid regen die Produktion und Ausschüttung von Insulin an - der Blutzuckerspiegel wird gesenkt. Diese Tabletten müssen sehr zuverlässig eingenommen werden. Ein anderer bewährter Wirkstoff für Typ 2-Diabetiker ist Metformin. Es steigert die Verwertung von Glukose und verlangsamt gleichzeitig deren Aufnahme aus dem Darm. Zusätzlicher Effekt: Das Abnehmen fällt vielen Patienten leichter. Ihr Arzt verschreibt Ihnen das für Sie am besten geeignete Präparat oder Kombinationen. Die Einnahme muss dann oft über viele Jahre erfolgen. Zum Glück sind inzwischen die meisten Diabetes-Medikamente gut verträglich. Fragen Sie lhren Arzt oder lhren Apotheker nach möglichen Nebenwirkungen.

Wunderwaffe Insulin

Über Jahrzehnte wurde Insulin aus der Bauchspeicheldrüse von Tieren, meistens Schweinen oder Rindern, gewonnen. Daneben steht heute Humaninsulin zur Verfügung, das entweder teilsynthetisch aus Schweineinsulin oder gentechnologisch hergestellt wird. Da es sich um eine Eiweißverbindung handelt, die beim Verdauungsvorgang abgebaut wird, muss Insulin gespritzt werden. Aufgrund ihrer Strukturen wirken die Insuline unterschiedlich schnell und lang. Wir unterscheiden Normalinsuline, die rasch und nur 5-7 Std. wirken, und Verzögerungsinsuline, die erst nach ca. 30 Minuten wirken, deren Wirkungsdauer dann aber 10-18 Std. beträgt. Ihr Arzt sucht die für Sie passenden Kombinationen aus. Er erstellt auch lhren persönlichen Plan für die Injektionen. Ziel der lnsulinbehandlung ist es, den normalen Stoffwechsel des Gesunden nachzuahmen. Wenn nach dem Essen der Blutzuckerspiegel ansteigt, sorgt das Insulin für den Transport der Glukose (= Traubenzucker) in die Zellen. Zusätzlich steigert es den Glukoseabbau und hemmt den Neuaufbau. Anhand der Testergebnisse werden Sie schnell feststellen, ob Sie gut eingestellt sind und was die Werte beeinflusst. Wenn Sie die Dosis ändern, bitte nur in kleinen Schritten und in Absprache mit Ihrem Arzt. Auch der Zeitpunkt der Injektion kann entscheidend sein. Wichtig ist, dass Sie konsequent sind und die Insulinspritzen regelmäßig in lhren Tagesablauf einbeziehen. Dann wird lhnen der Umgang mit Diabetes nicht weiter schwerfallen.



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